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Lubomirs Malerei steht in der Tradition großer Meister wie Velasquez, Ribera, Goya, Géricault oder Bacon. Die Ausstellung gibt mit den drei Werkgruppen Figur, Stillleben, Landschaft einen Überblick über die vielfältigen malerischen Ausdrucksformen des 1957 in der Slowakei geborenen Künstlers. Als verbindendes Element kann das Vanitas-Motiv gesehen werden, das Lubomir auf sehr komplexe Weise choreographiert. In den figurativen Kompositionen sind es erotische Inszenierungen, die Reduktion des Menschen auf das Fleisch, das uns unsere Ausgesetztheit und Vergänglichkeit vor Augen führen soll. In den Stillleben wird der Totenkopf als menschliches Relikt Teil eines komplexen Arrangements, in dem das Licht als gestalterisches Element eine bedeutende Rolle spielt. Auch die Landschaften sind Inszenierungen. Es sind von Licht geprägt Ideallandschaften im Charakter von Barock und Romantik ohne jegliches figurative Personal. Lubomir spielt gerne mit der Wahrnehmung der Betrachter: Er verfremdet Objekte in Spiegelungen und unterwirft sie bedeutungs-perspektivischen Proportionsgesetzen.
Johann Berger hat für die figurativen Kompositionen den Ausdruck "carne vale" gewählt. Er impliziert das närrische Treiben der Fastnacht, ungehemmte Gier und Fleischeslust, unter vollständiger Ausschaltung eines selbstreflexiven Regulativs. "Im orgiastischen Getriebe der Körperknoten mit ihren disparaten Anatomien erscheinen die adulten Versatzstücke als Reininkarnation einer polymorphen Sinnlichkeit, die erst mit dem schicksalhaften Blick in den Spiegel in eine neue Daseinsebene gehoben würde. Aber Lubomir lässt seine anthropomorphen Konstrukte ohne jeden Gesichtssinn dahinvegetieren." (Johann Berger)
In den Stillleben von Lubomir dominiert ebenfalls die Vanitas Symbolik. Es handelt sich um sehr komplexe Arrangements. "Lubomir arrangiert im gar nicht zufälligen Aufeinandertreffen Alltagsgegenstände aus Küche, Bibliothek und Werkstatt mit tierischen und menschlichen Schädelknochen. Die Tischplatte wird zur Bühne, auf der die Objekte in den ihnen zugeschriebenen Rollen als Bedeutungsträger das alte Welttheater vom Leben und Sterben in immer neuen Variationen zur Schau stellen." (Johann Berger)
Licht und seine Wirkung auf Oberflächenstrukturen ist dabei von entscheidender Bedeutung. Lubomir bedient sich unterschiedlicher Maltechniken. Während in einigen Bildern die scharfe Plastizität mit detaillierter Oberflächenschilderung an Meister der Altniederländischen Malerei denken lässt, wird in anderen durch den lasierenden, aquarellartigen Farbauftrag eine Auflösung des Konturs und eine starke atmosphärische Wirkung erzielt.
Bei den Landschaftsdarstellungen handelt es sich wie eingangs erwähnt um Ideallandschaften, die in ihrer dramatischen Lichtführung stilistische Charakteristika französischer Barockmalerei wieder aufnehmen, wie man sie etwa bei Nicolas Poussin finden kann. Lubomir verzichtet dabei auf figuratives Personal. Es ist ihm wichtig, Atmosphäre zu vermitteln, Licht als Stimmungsträger verlassener Landschaftsausschnitte, die in ihrer Verdichtung prägnante Eigenschaften ganzer Regionen in sich vereinen.
AUSTELLUNGEN (Auswahl bis 2000):
2009 Galerie Seywald D, Salzburg, Galerie Gut Gasteil, Prigglitz, Slovakisches Kulturinstitut, Wien, Museum Senica, Slovakei
2008 Solvakisches Kulturinstitut, Budapest, Kleine Galerie, Wien
2006 Kulturyę Dom, Bratislava
2004 Mauthausen Memorial, KZ- Gedenkstätte
2004 M-Art Galerie – Wien
2003 Galerie CdB – Linz
2002 Galerie Chaco – Hamburg, Galerie Gut Gasteil
2001 Museum Spis, Spisska Nova Ves, Slovakei, Museum Ostslovakei –Kosice
2000 Schloßparktheater Berlin, Galerie Ruth Meier, Wien

