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JöRG HUBER     (*1949 in Salzburg)


Wenn es einen Künstler gibt, der auf die Bezeichnung Perfektionist zurecht Anspruch erheben darf, dann ist es der Maler und Grafiker Jörg Huber. Was immer er in die Hand nimmt, bringt er zu einer seltenen Vollendung. Seine Vielseitigkeit und sein unverwechselbarer Stil haben in der österreichischen Kunstwelt von Anfang an ihren Platz gefunden. Man denke nur an die ersten Zirkusplakate von Roncalli, oder das Plakat zur Verfilmung der 'Geschichten aus dem Wienerwald' von Maximilian Schell (mit Helmut Qualtinger, Jane Tilden, u.a.). 
Nach seiner Ausbildung an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien, wo er Studienkollege von Manfred Deix und Gottfried Helnwein war, widmete sich Jörg Huber zunächst der Malerei in Öl und Acryl. In dieser Zeit entstanden etwa 150 Bilder mystisch-phantastischen Inhalts, in denen sich eine überragende Beherrschung naturalistischer und altmeisterlicher Maltechniken offenbart. (Die meisten dieser Bilder befinden sich heute in einer Privatsammlung in den USA). 
Mitte der Siebzigerjahre vollzog sich ein subtiler Wandel hin zu einem satirischen Realismus, in dem skurrile Aspekte dem Mystischen ein befreiendes Gegengewicht halten. Es folgten Aufträge zu Illustrationen für österreichische und internationale Magazine wie Profil, Trend, Manager, Stern, Freundin, Cosmopolitan, Playboy, Penthouse, Omni. Dazu kamen zahllose Plattencover und Buchumschläge. 
Daneben experimentierte er auch mit Fotographie, mit Kristallen und alten handwerklichen Techniken und konstruierte sogar einen Synthesizer - ein Unikat, das heute zu den edelsten elektronischen Musikinstrumenten dieser Zeit zu zählen ist. 
Ende der Neunzigerjahre entdeckte Jörg Huber die Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung. Mit sicherem Instinkt fand er seinen Weg auch darin und entwickelte in kürzester Zeit eine Virtuosität im Umgang mit den Computerprogrammen, die direkt an seine früheren Maltechniken anknüpft. 
Seine Methode scheint einfach: Fotos, die er auf seinen vielen Reisen macht, dienen ihm als Material, aus dem er die Bilder seiner Imagination herausarbeitet. Aber was für Bilder! Die ganze Erfahrung eines Künstlers, dessen Bewusstsein sich bis in die Renaissance zurückspannt, steckt darin. Ein umfangreiches Ouevre an Computergrafiken und -bildern entsteht vor dem staunenden Auge. Es wird aus der Kunstgeschichte nicht mehr wegzudenken sein.