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Gerhard Flekatsch (*1958 in Wien)
Zu seinen intensivsten Kindheitserinnerungen gehört der Geruch nach Ölfarbe im Atelier seines Großvaters (Richard Mahler9. Er gab seiner Begeisterung für das Zeichnen und Malen die ersten technischen Grundlagen. Aber auch fotografische Experimente faszinierten ihn. Ob Ölfarbe, Kreide oder Tuschen, immer bestimmt eine zeichnerische Linienstruktur den Bildaufbau. Das Bild als betrachtetes Objekt wandelt sich zum Raum der Betrachtung. Es sind nicht die Betrachtungen, sondern die Prozesse, die zum Thema werden.
Auf der Flucht vor dem leeren, missbrauchten oder beliebigen Wort stieß er immer wieder auf die Geste. Entstanden aus den Wahrnehmungskonzepten in Bild- und Zeichensprache, noch nicht zum abstrakten Buchstaben stilisiert, sind sie unmittelbarer persönlicher Ausdruck.
Gesten formulieren Inhalte voll emotionaler Befindlichkeit und Subjektivität; Die Verwandtschaft zu Glyphen ist augenfällig. Trotzdem ist dies eine Sprache Schrift, die sich dem intellektuellen Verständnis entzieht und sich nur de intuitiven Betrachtung erschließt. Geschriebene Bilder, die ihre Kraft aus der Synergie von Form und Bedeutung beziehen.

